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Personal Branding Blog

PR beginnt heute auf LinkedIn

Inhaltsverzeichnis

Simone Brett-Murati in der Peppermind Lounge

Simone Brett-Murati in der Peppermind Lounge

Simone Brett-Murati war am 22. April 2026 zu Gast in der Peppermind Lounge von Content Fleet. Gemeinsam mit dem Team sprach die LinkedIn Top Voice über Personal Branding, Algorithmus-Veränderungen, Corporate Influencing und die Rolle von KI.

Herausgekommen ist ein Gespräch voller praxisnaher Insights für Unternehmen und Einzelpersonen, die LinkedIn strategisch nutzen möchten.

PR beginnt heute auf LinkedIn

Content Fleet:

Du hast einmal gesagt: „PR beginnt bei LinkedIn.“ Warum ist das so?

Simone Brett-Murati:

Früher war PR ein langsamer Prozess. Man hat Pressemeldungen verschickt und Wochen später geschaut, was daraus geworden ist. Heute ist das komplett anders. LinkedIn ermöglicht es, innerhalb von Stunden Sichtbarkeit und Reichweite in der eigenen Zielgruppe aufzubauen.

Gerade für Unternehmerinnen, Unternehmer und mittelständische Unternehmen ist das eine enorme Chance. Sichtbarkeit, die früher nur über klassische Medien wie TV oder große Zeitungen möglich war, lässt sich heute direkt erreichen. Deshalb beginnt PR heute auf LinkedIn.

Auffallen im überfüllten Netzwerk

Content Fleet:

LinkedIn ist mittlerweile sehr stark umkämpft. Wie schafft man es, sichtbar zu werden?

Simone Brett-Murati:

Der Schlüssel liegt in Einzigartigkeit, Authentizität und Originalität.

Am Anfang steht die Frage: Was will ich überhaupt erreichen? Und welche Rolle habe ich?

Es geht darum, die eigene Story zu verstehen:

  • Wofür stehe ich?
  • Für wen ist das relevant?
  • Wie erzähle ich diese Geschichte so, dass sie verstanden wird?

Gerade bei komplexen oder abstrakten Themen ist es wichtig, Inhalte so aufzubereiten, dass die Zielgruppe einen echten Mehrwert daraus zieht.

Chancen für Frauen auf LinkedIn

Content Fleet:

Du beschäftigst dich viel mit Female Business Voices. Welche Potenziale siehst du hier?

Simone Brett-Murati:

Es gibt strukturelle Unterschiede: Es existieren mehr männliche Profile auf LinkedIn, und weibliche Profile sind oft weniger vollständig. Frauen auf LinkedIn geben im Schnitt weniger Skills an und beschreiben sich anders. Das hat dazu geführt, dass sie algorithmisch benachteiligt wurden.

LinkedIn arbeitet daran, diese Ungleichgewichte durch neue Algorithmen auszugleichen. Dennoch ist es für Frauen besonders wichtig zu wissen, wie sie ihr Profil strategisch aufbauen und sichtbar werden.

Content Fleet:

Was verändert sich durch den neuen Algorithmus konkret?

Simone Brett-Murati:

Der große Unterschied ist: Ab 2026 betrachtet LinkedIn Nutzerprofile und Interaktionen nicht mehr als einzelne Datenpunkte, sondern als Entwicklung, als Journey.

Früher funktionierte der Algorithmus stark über zahlengetriebene Interaktionen.

Heute erkennt er Zusammenhänge:

  • zwischen Skills und Content
  • zwischen Entwicklung und Interessen
  • zwischen Sprache und Themen

Der neue LinkedIn KI-Algorithmus antizipiert aufgrund des Werdegangs sogar zukünftige Interessen. Dadurch entstehen neue Chancen für Creator, vor allem im Bereich Thought Leadership.

Unternehmer können neue, noch unbekanntere Trendthemen oder Nischenthemen besetzen und sich damit schneller als Thought-Leader positionieren.

Fokus statt Bauchladen

Content Fleet:

Sollte man breit posten oder sich auf ein Thema fokussieren?

Simone Brett-Murati:

Fokus ist entscheidend.

LinkedIn erkennt Muster und thematische Konsistenz.

Wer als Experte wahrgenommen werden möchte, sollte über einen Zeitraum von mindestens 60 Tagen ein klares Thema besetzen.

Gleichzeitig gilt: Viele Skills im Profil sind sinnvoll, aber im Content sollte Klarheit herrschen. Eine spitze Positionierung hilft sowohl dem Algorithmus als auch der Zielgruppe zu verstehen, wofür man steht.

Die wichtigsten Skills, für die man Endorsements sammeln möchte, sollten ganz oben stehen.

Simone Brett-Murati in der Peppermind Lounge

Content Fleet:

Braucht es überhaupt noch Unternehmensaccounts – oder nur Personen als Corporate Influencer?

Simone Brett-Murati:

Beides ist wichtig. Unternehmen sollten ihre Werte, Kultur und Themen auf ihrer LinkedIn Unternehmensseite klar kommunizieren.

Gleichzeitig entstehen Wirkung und emotionale Connection über Menschen.

Menschen folgen Menschen.

Deshalb sind Corporate Influencer entscheidend. Mitarbeitende können Inhalte glaubwürdig transportieren und Beziehungen zu Kunden stärken.

LinkedIn ermöglicht einen kontinuierlichen Dialog und tägliche Sichtbarkeit bei Kunden. Das war früher so nicht möglich und auch heute im Agenturbusiness ist man normalerweise nicht täglich mit Kunden im Kontakt.

Das lässt sich über LinkedIn ändern.

Content Fleet:

Wie sinnvoll ist KI für die Content-Erstellung?

Simone Brett-Murati:

Künstliche Intelligenz ist ein hilfreiches Werkzeug, aber kein Ersatz für Persönlichkeit. KI liefert Struktur, und Ideen geben und erleichtert Prozesse.

Wichtig ist aber, dass die eigene Stimme nicht verloren geht. Man sollte darauf achten, dass Inhalte nicht generisch sind oder sich wiederholen. Dafür ist es wichtig, Inhalte immer selbst nachzubearbeiten.

Die entscheidende Frage ist: Versteht die KI meine Personal Brand.

Wird meine Personal Brand von der KI richtig interpretiert?

Man sollte die KI nicht die eigene Brand definieren lassen.

Simone Brett-Murati in der Peppermind Lounge

Authentizität statt Perfektion

Content Fleet:

Sind perfekte Inhalte entscheidend?

Simone Brett-Murati:

Nein. Ganz im Gegenteil. Der größte Trend ist „Work in Progress“. Inhalte dürfen unfertig sein.

Ein wichtiger Leitsatz ist: Der schlechteste Post ist der, der nie veröffentlicht wurde.

Authentizität entsteht durch echte Einblicke, persönliche Perspektiven und Mut zur Unvollkommenheit. Echte Geschichten, die das Leben schreibt, werden vom Algorithmus immer bevorzugt und mobilisieren Follower am stärksten.

Die Netflixierung von LinkedIn: Erfolgreiche Content Formate 2026

Content Fleet:

Welche Formate funktionieren aktuell besonders gut?

Simone Brett-Murati:

Mehrere Entwicklungen zeichnen sich ab:

  • Carousel-Posts bleiben erfolgreich
  • Longform-Content gewinnt an Bedeutung
  • Zero-Click-Content wird wichtiger. Das heißt, dass die Information direkt im Post steht, Quellen genannt aber nicht mehr verlinkt werden, um externe Links zu vermeiden.
  • Serienformate und sequenzielle Geschichten nehmen zu. Inhalte werden in aufeinander aufbauende Episoden aufgeteilt. Tina Müller, CEO von Weleda, macht das aktuell sehr gut.

Auf LinkedIn findet eine Art Netflixierung statt. Formate entwickeln sich in Richtung „Content-Serien“, ähnlich wie Streaming-Plattformen.

Die Rolle von Video

Content Fleet:

Wie wichtig ist Video für LinkedIn?

Simone Brett-Murati:

Video ist extrem wichtig, insbesondere im Personal Branding. Kein anderes Format transportiert Persönlichkeit so gut.

Dabei geht es nicht um Perfektion. Ein einfaches Selfie-Video wirkt stärker als das perfekte Portraitfoto. Entscheidend sind Glaubwürdigkeit und Expertise.

Auch wenn es noch keinen neuen Video-Feed auf LinkedIn gibt, kann ich jeden Corporate Influencer und Personal Brand nur ermutigen, mehr Videos zu posten.

Trendthemen gezielt nutzen

Content Fleet:

Wie können Unternehmen schnell Sichtbarkeit aufbauen?

Simone Brett-Murati:

Ein einfacher Hebel sind aktuelle Themen und Aktionstage.

Unternehmen können sich an Diskussionen beteiligen und ihre Perspektive einbringen, vor allem über das „News-Feature“. Hier greift die LinkedIn Redaktion aktuelle Nachrichtenthemen auf genauso wie klassische Themen aus der Arbeitswelt rund um Diversity, Nachhaltigkeit und Arbeitstrends.

Sichtbarkeit funktioniert unabhängig von der Unternehmensgröße.

Auch kleine Unternehmen oder Hidden Champions sollten diese Möglichkeiten auf LinkedIn nutzen. Die Redaktion ist immer auf der Suche nach frischen, neuen Perspektiven.

Simone Brett-Murati in der Peppermind Lounge

Fazit: Sichtbarkeit ist kein Zufall

LinkedIn hat sich von einer Karriereplattform zu einem der wichtigsten Kommunikationskanäle im B2B-Bereich entwickelt. Wer sichtbar sein möchte, braucht eine klare Positionierung, authentische Inhalte und den Mut, ins Handeln zu kommen.

Ob Personal Brand, Corporate Influencer oder Unternehmensseite – entscheidend ist, Geschichten zu erzählen, die relevant sind.

Die vollständige Peppermind Lounge von content fleet Hamburg mit Simone Brett-Murati im Gespräch mit Tom Röhricht und Felicita Gertz gibt es auch als Video auf YouTube zu sehen.